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Redeflussstörungen - Kindliches Stottern / KIDS

  • munoz206
  • vor 1 Tag
  • 2 Min. Lesezeit

„Ha-ha- hallo Jonas, schön, dass du da bist. Wir kö-kö-können anfangen.“

Ja, bei uns in der Praxis hört man auch mal die Therapeuten stottern – und zwar absichtlich.

Stottern ist die bekannteste Redeflussstörung, die auch schon im Kindesalter auftreten kann. Ein Wort kann buchstäblich im Hals steckenbleiben, das heißt, man möchte etwas sagen, aber es kommt nichts aus dem Mund. Laute von Wörtern können langgezogen werden (l___esen) oder der (Anfangs)Laut eines Wortes wird oft wiederholt (i i i ich). Alle Symptome verhindern einen gleichmäßigen Redefluss. Das Sprechen ist erschwert, ebenso das Zuhören, der „rote“ Faden geht verloren, da auch das Sprechtempo ständig wechselt. Sprechen, eigentlich ein automatischer Ablauf, wird zu einem Kraftakt.

Schon Grundschulkinder berichten oft, dass sie sich im Unterricht nicht oder selten melden, weil sie Angst vor dem Sprechen haben. Auch der Umgang mit Freunden, wo oft schnelle, spontane Äußerungen ihren Platz finden, ist erschwert.

In unserer Praxis therapieren wir kindliches Stottern unter anderem nach dem Therapiekonzept KIDS von Sandrieser/Schneider für Kinder von 2-12 Jahren. KIDS steht für Kinder Dürfen Stottern“. Ziel der Therapie ist es ein, flüssiges Sprechen mit leichten, entspannten Stottersymptomen herzustellen.  Stottern kann man nicht wegmachen. Aber es ist möglich, flüssig zu sprechen, obwohl man ein Stotterer ist.

Den Kindern soll die Angst vor dem Sprechen genommen werden (Desensibilisierung), sie sollen sich trauen zu sprechen, obwohl sie möglicherweise stottern. Sie dürfen lernen, selbstbewusst mit ihrem Sprechen umzugehen, dabei hilft es ihnen, dass sie durch die Therapie kleine „Experten“ auf diesem Gebiet werden.

Ein wichtiger Baustein in der Therapie ist das sogenannte Pseudostottern. Dabei werden die ersten Laute des Wortes (Konsonant und nachfolgender Vokal) langsam und entspannt 2-3-mal wiederholt. Dies erfolgt im selben Tempo wie das eigentliche Sprechtempo und stört deshalb den Redefluss kaum. Auch der/die TherapeutIN stottert viel absichtlich in der Therapie, um dem Kind, die Angst davor zu nehmen. Ziel ist, echte Stottersymptome zu verändern:  Schwere Stottersymptome in einfache, lockere Symptome verwandeln. Oder bei leichtem Stottern ein entspanntes Sprechen herzustellen, dabei verschwindet die Symptomatik manchmal, oder es wird ein leichtes entspanntes Stottern, das nicht mehr „stört“.

Bei kindlichem Stottern ist Elternberatung ein wichtiger Bestandteil der Therapie, teilweise wirken die Eltern zu Hause oder in der Therapie mit. Sie werden in jeder Therapiephase begleitend mit eingebunden.

Sollten Sie unsicher sein bzgl. des Sprechens Ihres Kindes, kontaktieren Sie uns gerne. Je früher unterstützt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

 
 
 

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