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Selektiver Mutismus

  • munoz206
  • vor 3 Tagen
  • 2 Min. Lesezeit

„Was bedeutet selektiver Mutismus?“ Diese Frage stellen sich viele Eltern, wenn sie den Begriff zum ersten Mal hören. Häufig fällt er im Rahmen einer Untersuchung beim Kinderarzt, eines Entwicklungsgesprächs im Kindergarten oder im schulischen Kontext.

Doch was genau steckt hinter selektivem Mutismus? Warum spricht ein Kind zu Hause oder mit bestimmten Personen selbstverständlich, während es im Kindergarten oder in der Schule kaum oder gar nicht spricht? Und vor allem: Wie können Eltern und Fachpersonen damit umgehen?

 

Was ist selektiver Mutismus?

Selektiver Mutismus ist eine psycho – soziale Angststörung, bei der Kinder in bestimmten Situationen oder gegenüber bestimmten Personen nicht oder nur sehr eingeschränkt sprechen, obwohl sie grundsätzlich über die Fähigkeit zu sprechen verfügen.

Das Schweigen ist dabei nicht bewusst gewählt und bedeutet nicht, dass das Kind nicht sprechen möchte. Vielmehr können Angst, Stress und eine starke innere Anspannung dazu führen, dass das Sprechen in diesen Situationen wie blockiert ist.

Ein Kind kann beispielsweise zu Hause mit seinen Eltern und / oder Geschwistern lebhaft erzählen, im Kindergarten jedoch kein einziges Wort sprechen. Auch die nonverbale Kommunikation kann in diesen Situationen deutlich eingeschränkt sein.

Man kann sich das vereinfacht so vorstellen:

Das Kind weiß, was es sagen möchte – aber es schafft es in diesem Moment nicht, die Worte auszusprechen.

Diese sogenannte Sprechblockade kann sich auch körperlich zeigen. Das Kind wirkt möglicherweise wie „eingefroren“ und kann selbst einfache Reaktionen oder Gesten nicht mehr zeigen.

 

Selektiver Mutismus ist mehr als Schüchternheit

Selektiver Mutismus wird häufig mit Schüchternheit verwechselt. Schließlich können sich auch schüchterne Kinder in ungewohnten Situationen zunächst zurückhaltend verhalten.

Der entscheidende Unterschied liegt jedoch darin, wie stark die Situation das Kind belastet und wie sehr die Kommunikation eingeschränkt ist.

 

Selektiver Mutismus

Schüchternheit

Vermeidung von Blickkontakt

Erröten

Körperliches Erstarren bzw. "Einfrieren"

Schwitzen

Hoher Körpertonus

Lachen aus Unsicherheit

Starre, ausdruckslose Mimik

Herumdrucksen

Eingeschränkte Gestik / Körpersprache

Erhöhte körperliche Aktivität oder Unruhe

Würden gerne "unsichtbar" sein, möglichst wenig Aufmerksamkeit auf sich ziehen

Zunächst zurückhaltendes Verhalten

in manchen Situationen deutlich eingeschränkte bzw. flache Atmung

 

 

Ein schüchternes Kind kann sich häufig trotz seiner Unsicherheit mitteilen. Bei einem Kind mit selektivem Mutismus kann die innere Anspannung hingegen so stark werden, dass Sprechen tatsächlich nicht mehr möglich ist.

 „Zu Hause redet es doch ohne Ende!“

Genau diese Beobachtung sorgt bei Eltern und Außenstehenden häufig für Verunsicherung.

 
 
 

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